Wanne (Namen)

Im Zuge eines Göttinger Akademie-Projektes konnte im Jahr 2020 ein Buch über die Ortsnamen der Städte Bochum und Herne und des Ennepe-Ruhr-Kreises von Michael Flöer erscheinen. Darin wurde auch ausführlich zum Ortsnamen Wanne Stellung genommen und die bisherige Übersetzung "alter Flurname wegen einer Geländesenke" nicht bestätigt.


"Aufbauend auf den ältesten Belegen
um 1150 in Wande (Urb. Werden I S. 213 S. 6)
um 1220 Wande (Vogteirollen Stift Essen Nr. 7 S. 26)
vor 1220 Wande (Vogteirollen Stift Essen Nr. 7 S. 33)
1276 Lutgardi de Wande (WUB VII Nr. 1578 S. 722)
1389 Wande (Darpe, Bochum S. 63)
[...] kann man erkennen, dass die heutige Form „Wanne“ nicht die ursprüngliche ist. „Wanne“ gegenüber „Wande“ erscheint erst am Anfang des 17. Jahrhunderts. Grundlage des Ortsnamens ist ein Gewässername. Und dieser gehört zu einer Wortgruppe um ahd. wanda ‘Wirbelbewegung, Drehung’, mittelniederdeutsch wande ‘Kehre, Wende, Grenze’, die mit german. *wenda ‘winden’, vgl. dt. winden, Wand und wenden verbunden werden können. Es geht also um einen Wasserlauf, der sich durch Wirbelbewegungen, Drehungen und Biegungen auszeichnet."[1]

Genau dort floss der sogenannte Dorneburger Mühlenbach entlang und wendete sich dort von Nord-West nach Nord/Ost um anschließend nach Westen zu fließen.

Literatur


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Einzelnachweise

  1. Prof. Udolph - Zentrum für Namenforschung - Facebook Post vom 9. Juni 2021