Sol- und Thermalbad / Rheumaklinik

Am 3. Juli 1891 trafen Bergleute der Zeche Pluto-Thies in 503 m Tiefe auf eine 42°C warme Solequelle, und am 19. September 1893 wurde der Bergbau-Aktien-Gesellschaft „Pluto“ von der zuständigen Bergbehörde das Eigentum des Bergwerkes an der Wilhelmsquelle zur Gewinnung der in diesem Felde vorkommenden „Soole“ verliehen.

Wanne-Eickel. Sol- und Thermalbad, Postkarte 1958
Soolbad, Wilhelmsquelle, um 1905

Die Sole erwies sich als eine der stärksten des Ruhrgebietes; sie zeigte Heilwirkung u. a. bei Gicht, rheumatischen Erkrankungen, Ischias und Frauenleiden.

An den beiden Pfingsttagen 13./14. Mai 1894 konnte das „Sool & Thermal-Bad Wilhelmsquelle Eickel-Wanne“ eröffnet werden. Es verdankt seine Entstehung der Initiative des Bauunternehmers August Franke, der es auch zunächst als Privatunternehmen betrieb. Ab. 1. Januar 1898 gingen die gesamten Badeanlagen einschließlich des Kurhotels in den Besitz einer von Franke gebildeten Aktien-gesellschaft über, die ihren Sitz in Wanne hatte. 1923 wurde ein Um- und Erweiterungsbau des Kurhotels fertiggestellt.

Die Sol- und Thermalbad AG wurde 1942 mit der Elektrizitätsversorgung Wanne-Eickel zur Stadtwerke Wanne-Eickel AG verschmolzen. Nach der vollständigen Zerstörung des Kurhotels und des Sol- und Thermalbades durch einen Bombenangriff am 6. November 1944 wurde am 26. Oktober 1948 (Grundsteinlegung) der Neubau eines Badehauses in Angriff genommen. Am 1. Oktober 1949 konnte der nach Süden geöffnete, den alten Kurpark einbeziehende Pavillonbau in Hufeisenform seiner Bestimmung übergeben werden. Eine Erweiterung dieses Badehauses und der medizinischen Einrichtungen wurde 1957 vollendet.

Der „Deutsche Bäderkalender“ weist in seiner Ausgabe 1965-1968 auf das Sol- und Thermalbad Wanne-Eickel mit folgendem Text hin: „Solbad im Herzen des Ruhrgebietes mit seinem Kurmittel, der Thermalsole für Bäder und Inhalationen, den reichhaltigen Heilpflanzen mit zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten und modernen Kureinrichtungen“.

Am 26. Januar 1978 transportierte ein Kesselwagen erstmals die hochprozentige Natursole der Schachtanlage Pluto zum Sole-Hallenbad des Revierparks Gysenberg, das am 24. Februar 1978 eröffnet wurde. Die Ruhrkohle AG hat aus betriebstechnischen Gründen im Frühjahr 1982 die Entnahme der Natursole eingestellt. Nach längeren Verhandlungen mit verschiedenen Soleentnahmestellen haben die Gesellschafter der Revierpark Gysenberg GmbH beschlossen, ab Mai 1982 die Sole aus der Schachtanlage Concordia 2/3 in Oberhausen zu beziehen.

Mitte 1989 konnte die Rheumaklinik einen Anbau mit 60 Betten eröffnen. Die Gesamtbettenzahl wuchs auf 150 an. Die Pfarrei St. Josef, seit 1987 Trägerin des stets eng mit dem gemeindeeigenen Hospital verknüpften Solbades, hob zum Jubiläum 1994 den Namen „Rheumazentrum Ruhrgebiet St. Josefs-Krankenhaus“ aus der Taufe. Während im Gründungsjahr hier 27.000 Anwendungen verabreicht wurden, waren es zum Schluss etwa 200.000. Jährlich wurden um die 1800 Menschen stationär und 4000 ambulant behandelt.

Altes Solbad wird wieder mit Leben erfüllt

Nach dem in 2014 erfolgten Umzug des Rheumazentrums Ruhrgebiet zur Claudiusstraße freut man sich an der Wilhelmstraße und im ehemaligen Kurhaus auf viele kleine Besucher. Das alte Solbad wurde zum neuen Kindergartenjahr wieder mit Leben erfüllt. Nach umfangreichen Umbauten, durchgeführt von der St. Elisabeth-Gruppe, hatte ab den 1. August 2015 eine Kindertagesstätte den Betrieb in dem Gebäude aufgenommen.

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Quellen

Stadtarchiv Herne:

Dokumentationsbibliothek: Sammlung Sol- und Thermalbad/Rheumaklinik Wanne-Eickel

Archivbibliothek: "Bagger und Kräne sind im Dauereinsatz", Michael Paternoga, Stadtmagazin inherne, Herausgeber: Stadt Herne in Kooperation mit dem Wochenblatt, Ausgabe 01/2015

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