Schollbrockhaus

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Schollbrockhaus
Schollbrockhaus Gerd Biedermann 20170324 2.jpg
Bildinfo: Schollbrockhaus im März 2017
Erbaut: 1316
Auch bekannt als: Strünkeder Mühle
Stadtbezirk: Herne-Mitte
Ortsteil: Baukau
Letze Änderung: 28.10.2022
Geändert von: Andreas Janik

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Das Gebäude des Schollbrockhauses ist die ehemalige Kornmühle des Schloss Strünkede.

Ausschnitt aus der Kölnischen Zeitung vom 3. Juli 1867.

Die älteste Herner Mühle gehörte zum Haus Strünkede. Am 16. Oktober 1316 verständigen sich Ludwig, Bischof von Münster, die Witwe Bovos v. Strünkede und die Brüder Hermann, Wessel (gt. von der Vyhave) von Strünkede mit dem Herzog von Kleve wegen der Ansprüche von Bovos Kinder. Dabei ist neben der Herrschaft auch die Mühle erstmals genannt ([...] et molendino ibidem [...]) "der Mühle am selben Platz".[1]

Im Hypothekenbuch der Juristiction Strünkede wird diese Mühle dann wie folgt eingetragen. " 3. die Kornmühle und Schnitmühle, 4. Baumgarten bei der Schnittmühle 5. Mühlenkämpgen 6. Mühlenwiesen 7. Dirsert oder Bauckauerweyer"[2]

1867 wurde sie in der oben gezeigten Verpachtungsannonce in ihrem damaligen Zustand genau beschrieben: Sie bestand als Wassermühle "mit 2 Mahlgängen, 1 Graupengang= und 1 Lohmühle, sodann ein Wohnhaus, eine Scheune mit Stallung und großem Lohschuppen und endlich von den umliegenden Ländereien, an Acker, Garten, Wiesen und Weiden etwa 40 Morgen".

Der Müller Michael Heinrich Deistner (1833-1923) war nachgewiesenerweise seit 1861 Müller der Schlossmühle. Er stammte aus Haderslev in Dänemark und verkaufte schon in Strünkede ein stattliches Landgut auf Jütland[3]. Am 26. April 1867 announcierte er in der Kölnischen Zeitung eine Lokomobile[4], also eine Dampfmaschine mit 6-7 PS, wegen seines Wegzuges. Damit ist zum einen klar, warum die Mühle neu verpachtet werden musste, andererseits aber auch, das die Mühle Dampfkraft für verschiedene Tätigkeiten einsetzte. Er zog nach Recke-Espel und übernahm die Raumühle dortselbst.

Mitteilung in der Kölnischen Zeitung vom 111. August 1881

Am 6. August 1881 wurde die Mühle als Fim´rma B. Scholbrock unter der Handesregisternummer 720 in Bochum eingetragen.[5] Es handelte sich um den am 12. September 1854 in Olfen geborene Bernhard Schollbrock (1854–1933) der nun als letzte Müller auf der Strünkedeschen Mühle dort tätig wurde. Er nutze die Ländereien später nur noch als von der Harpener Bergbau AG gepachtete landwirtschaftliche Fläche und wurde "Landwirt". Er starb hochbetagt in Baukau auf der Wiesenstraße.

Die Adresse lautete 1908 Strünkedestraße 16, 1914 nach der Eingemeindung Baukaus Strünkedestraße 85b.

Sammlung G. Kennert

Östlich des Schlosses stand zwischen innerer und äußerer Gräfte eine seit 1316 verbürgte Schlossmühle, die 1927 ihren Betrieb einstellen musste. Abbaufelder einer nahe gelegenen Zeche entzogen den Gräften und dem Schlossteich Wasser; der sie speisende Strünkeder Bach war nicht mehr nutzbar. [6]

Der Fachwerkbau aus dem 19. Jahrhundert hat seinen Namen von der Familie Schollbrock, die das Haus einst bewohnte und gilt als wesentlicher Bestandteil des Schlossensembles.

Heute beherbergt das Schollbrockhaus Galerieräume, die regelmäßig von Künstlern der Region genutzt werden. Die Organisation von Ausstellungen im Schollbrockhaus obliegt dem Kunstverein Schollbrockhaus e. V. Im Nebengebäude (das früher ein Stall war) ist ein Cafe entstanden, dass privat betrieben wird.

Zu erreichen ist das Schollbrockhaus mit der U-Bahn (U35), Haltestelle Schloss Strünkede,
mit dem Bus Linie 362, Haltestelle Schloss Strünkede
und mit dem Auto zum Karl-Brandt-Weg 1, 44629 Herne. Direkt zu beginn ist ein Parkplatz.

Siehe auch

Quellen

  1. Vgl. Lacomblet UB des Niederrheins, Band III, Nr. 154 S. 114f.
  2. Vgl. Hypothekenbücher Strünkede S. 1
  3. Vgl.: Kölnische Zeitung vom 8. Februar 1861
  4. Vgl.: Wikipedia.de Lokomobile
  5. Vgl.: Berliner Börsen-Zeitung, Abend-Ausgabe vom 10. August 1881, S. 15. online
  6. Schloss Strünkede