Papiermühle Sodingen


Die Papiermühle Sodingen lag in der Nähe des Gutshauses Schulte zu Sodingen nördlich der Sodinger Straße ungefähr beim Haus Nr. 127. Dieses ist auch bekannt als "el Cadoro" bzw. etwas älter als "Speckmanns Mühlenstube".

Schon sehr lange (vermtl. seit 1719) wurde in Herne Papier hergestellt. Neben der Strünkedeschen Papiermühle bestand diese am Mittellauf des Ostbachs. Daruf hat schon Johann Diederich von Steinen in seiner Westphälischen Geschichte hingewiesen:

"Im Gisenberger Holz entspringet die Schmedebecke, treibet die Gisenberger und Wischer Mühlen, auch die Papiermühle zu Sodingen, fliesset durch Sodingen und unterscheidet die Gerichter Strünckede und Castrop, und vereiniget sich bey Strünckede mit der Emscher." [1]

1822 hieß es von ihr: Sie besitzt

"[...] ein Wohn- und Fabrik-Gebäude mit dem zur Papier-Fabrikation erforderlichen Maschinenwerk und außerdem noch ein besonderes Wirtschafts-Gebäude auch ein geräumiger Wasserbehälter, oder Mühlenteich, welcher durch einen gemeinen Fluß-Bach, den Giesenberger Mühlenbach, fortwährenden Zufluß an Wasser hat, eine Weide für zwei Kühe, in welchen zunächst der Wohnung einige tragbare Obstbäume befindlich und zwei Gärten gehören, wovon der größere 130 Ruthen, und der kleine 31 Ruthen an Maaße hält, die Mitbenutzung eines klaren, wasserreichen Quelle, wovon das Wasser auch den Fabrikgebäuden durch Röhren hingeleitet wird, und bisher das feinste Papier verfertigt ist."[2]

Der dort erwähnte Zulauf wird aus nördlicher Richtung zugeflossen sein. Der Straßenname "Mühlenkamp" in der Gemarkung Sodingen, Flur XXIII, genannt Sodingen, verweist darauf.

Die Besitzverhältnisse waren klar: Das Haus Strünkede durch den erwerb des Rittersitzes Sodingen, später die Schulte-Sodingen. diese bewirtschafteten diese Papierfabrikation natürlich nicht selbst, sondern verpachteten diese an Papiermacher.

Pächter

1788 wird als Papiermacher Johann Heinrich Schulte (1750-1819) erwähnt. Auch sein in Essen-Fischlaken verstorbener Sohn war Papiermacher.
1780 nun Johann Diedrich Herbert (1764-nach 1803)
Von ca. 1810 bis 1822 pachteten die Papiermacher Johann Adolf Engels (1767-1828) und Karl Teschemacher (1785-1855) die beiden Papiermühlen am Ostbach in Sodingen wie in Strünkede.[3]
Die nun pachtende Papiermacherfamilie wurde weltberühmt: Johann Heinrich Friedrich Erfurt (1768-1837). Dieser kaufte die beiden Mühlen, übergab diese später (nach 1835) an seinen Sohn Papiermacher Johann Heinrich Gottfried und zog mit seinem Unternehmen nach Schwelm-Dahlhausen. Dort wurde die Bekannte und vielgenutzte Raufasertapete "Erfurt" entwickelt. [4] Das Sodinger Kupferstichpapier der Marke Erfurt war dabei das erste spezialpapier für Kupferstichte in Preussen.[5]
Der Familienname des nächsten Papiermachers ist ebenso berühmt, Hoesch. Jeremias Heinrich Hoesch (1813-1855). Dieser ist von 1845-1855 erwähnt und starb allhier. Noch in den 1870er Jahren wird eine Papierfabrik in Sodingen erwähnt.

Literatur

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Quellen

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