Mont-Cenis-Straße: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 3. November 2019, 14:53 Uhr

Überblick
Mont-Cenis Straße-GB-2015.jpg
Bildinfo: Anfang der Mont-Cenis-Straße 2015



Benennung: 25. November 1881
Durch: Gemeindevertretung Herne [1]
Postleitzahl: 44623
Postleitzahl: 44627
Stadtbezirk: Herne-Mitte
Stadtbezirk: Sodingen
Ortsteil: Börnig
Ortsteil: Herne
Ortsteil: Holthausen
Ortsteil: Sodingen
Kartengitter: H4
Letze Änderung: 03.11.2019
Geändert von: Harry

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Blick auf die Mont-Cenis-Straße in Richtung Stammstraße um 1990. [2]

Die Straße ist benannt nach der Gewerkschaft der Steinkohlenzeche Mont Cenis, die am 27. Juli 1872 gegründet und zum 31. März 1978 stillgelegt wurde.

Dazu wurde von dem Kaufmann Wilhelm Endemann die Zeche Alexandrine erworben, mit den 1858 / 59 verliehenen Feldern „Theresia I“, „Eugenia“, „Mathilde I“, „Louis“ und „Jérome“ und zum Grubenfeld Mont Cenis konsolidiert.

Die Wahl des Namens Mont Cenis geschah zum Gedenken an die am 17. September 1871 erfolgte Inbetriebnahme eines 13 km langen Tunnels durch den gleichnamigen Berg in den Alpen. Diese Namensgebung weist gleichzeitig auf die maßgebliche Beteiligung französischen Kapitals bei der Gründung der Zeche hin.

Schon 1871 war mit der Niederbringung des Schachts 1 begonnen worden und 1875 konnte die Förderung aufgenommen werden.

Der eigentliche Aufschwung der Zeche begann mit der Aufnahme der Förderung der Schachtanlage 2 im Jahr 1897.

Bei einem Explosionsunglück am 20. Juni 1921 fanden 85 Bergleute den Tod.

1929 erreichte Mont Cenis die höchste Förderung mit 1.145.272 Tonnen bei 3.987 Beschäftigten.

Am 1. Januar 1936 erwarb die Harpener Bergbau AG die Zeche. Am 1. April 1973 erfolgte die Übernahme durch Friedrich der Große. Zum 31. März 1978 wurde Mont Cenis zusammen mit dem Bergwerk Friedrich der Große stillgelegt. [3] [4]

Historie

  • Im Gemeinde-Atlas Herne von 1823 von Stammstraße bis Gemeinde Sodingen verzeichnet; [5]
  • in den Gemeinde-Atlanten Börnig, Holthausen und Sodingen 1826 / 27 verzeichnet; [6] [7] [8]
  • Mont-Cenis-Straße (Sodingen, Benennung am 26. Januar 1898);
  • Mont-Cenis-Straße (Holthausen, Benennung am 21. August 1901);
  • Mont-Cenis-Straße (Börnig, Benennung vor 1910);
  • Kaiser-Friedrich-Platz (westlich Am Amtshaus, Benennung um 1916, Umbenennung in Neumarkt am 20. Mai 1919, Umbenennung in Hindenburgplatz am 11. Mai 1928, danach Einbeziehung in die Mont-Cenis-Straße);
  • Karlstraße (Holthauser Straße bis Stadtgrenze Castrop-Rauxel, Benennung am 28. Februar 1919, Einbeziehung in die Mont-Cenis-Straße am 9. Dezember 1974)










Erinnerung
Mont-Cenis-Strasse Iris Anna Otto mitte 1950er.jpg
Das Foto zeigt mich Mitte der 1950er Jahre vor dem Lebens­mit­tel­laden meiner Eltern (und vor­her Groß­eltern) in der Mont-Cenis-Straße 388. Nebenan (auf 390) haben meine anderen Großeltern gewohnt. Mein Großvater war Hauer und später - mit der dort erworbenen Steinstaublunge - Nachtwächter auf der Zeche Mont-Cenis. Iris Anna Otto

Mont-Cenis-Str Ringstr Renate Bürklin 1968-1971.jpg

Mont-Cenis-Straße / Ringstraße zwischen 1968 und 1971. Das leckere Brot und die knusprigen Brötchen vom Bäcker Erke habe ich dann nach unse­rem Weg­zug erst­mal sehr ver­misst. Bäcker Herrmann war etwas weiter auf der anderen Seite. Gegen­über vom Bunker. Da war dann auch noch der Metz­ger Erbe und Radio Niederdrenk. Renate Bürklin 2017

Um den Platz am Sodinger Denkmal, wo die von den Bürgern als Bruchbahn verrufene Straßenbahn auf ihrer Fahrt vom Herner Bahnhof bis zum Münsterplatz in Castrop-Rauxel auch eine Haltestelle hatte und in dieser Zeit meist bis auf den Trittbrettern überfüllt war, rankten sich in der damaligen Zeit viele Geschäfte und Lokale.

So gab es das Bekleidungshaus Bach, das Möbelgeschäft Schemberg, die Wirtschaften Ropertz, Stolpe, Kleinhubbert, Borgmann, Quere, Wiesmann und Nöthe am Amtshaus, die vielen Tauben-, Gesangs- und Bergmannsvereinen, Spielmannszügen und vor allem dem Boxverein BSC-22-Herne-Ost mit seinen Champions Wollert, Soznitza, Poniatowski und Keuchel als Vereinslokal dienten.

Bekannt waren auch der mit seinem Dreiradauto herumkutschierende Obst- und Gemüsehändler Sauerwald, die Metzgerei Klisch, deren Tochter den ältesten Sohn des Milchbauers Klaas heiratete, die Drogerie Fuhrmann, die Bücherei Saisch, der Friseur Grabowski, die Lebensmittelgeschäfte Drilling, Niehage, Wittig und Anlauf, das Eisenwarengeschäft Pflüger, das Cafe´ Valentin mit seiner Backstube, wo die Bergmannsfrauen zu Weihnachten und Ostern ihre vorbereiteten Streuselkuchen und Mohnstollen backen ließen.

Schließlich gab es noch die Bäckerei Erke, die wie der Kartoffelhändler Kleinschnittger ihre Kunden direkt belieferte.

Ärztliche Betreuung fanden die Sodinger in dieser Zeit vor allem bei den Doktoren Düppe, Loh, Selig und Weinrich, dessen Frau auch als Zahnärztin fungierte.

Reinold Krohm


Hausnummern

17
Herne Merkez Camii (Moschee)
32
bis
34
ehemaliger Friedhof
55
Der Ostbach unterquert die Mont-Cenis-Straße.
67
Bis 19xx war hier die Backstube und der Verkaufsladen der Bäckerei Fork
71
Bis zum 30. Juni 2018 war hier "Timo's Musikschule
95
Bis zum Jahr 19?? befand sich hier die Senffabrik Bolte
108
Einfahrt zum Otto-Hahn-Gymnasium
197
Bis 1959 befand sich hier der Zugang zum Staßenbahndepot der HCR und bis 19?? die Gaststätte Möller, nach der die Haltestelle "Ausweiche Möller" benannt war.
205
Ehemaliger Lebensmittelladen Bernhard Pieper, später Kita-Notgruppe der AWO, jetzt Wohnung
214
Von 1961 bis 1975 ?? befand sich hier eine Aral-Tankstelle, Inhaber war 1961 Otto Theilen
218
223
Ehemalige Gasolin Grosstankstelle J. Glaser
231
Ehemalig Franz Oberc, Tapeten-Farben-Lacke-Fussbodenbelag
236
bis ???? Dampffärberei und chemische Reinigung Kexel
240
Bis 19xx war hier die Backstube und der Verkaufsladen der Bäckerei Anlauf
247
bis 1967 Residenz-Theater (Resi Kino)
249
ehemaliges Tapetenfachgeschäft W. Schnettelker
251
ehemals Schneidermeister Franz Josef Rottmann und Textilhaus Gustav Bach[9]
252
ehemalige Bäckerei und Konditorei Wilhelm Stegmann [10]; später Drogerie Windeck
253
Bis 2014 die Gaststätte Haus Wiesmann. Sie war Vereinsgaststätte von:
254
ehemals Möbelfachgeschäft Heinrich Schemberg
256
ehemals Lebensmittelgeschäft Bernhard Pieper
257
ehemals Gustav Linka, Radio, Fernsehen, Elektrogeräte
261
Kleine Kita "Villa Sonnenschein"
262
ehemaliges Uhren-Fachgeschäft Valentin, später Bernhard Heitmann
266
ehemaliges Verwaltungsgebäude der Zeche Mont-Cenis
280
bis 1999 Standort der Post in Sodingen
289
292
293
ehemaliges Reformhaus Schäfer
294
296
Lotto Heinz Wentzek, jetzt Galerie "Kunstpunkt" des Herner Künstlerbundes (HKB)
297
ehemaliges Lichtspieltheater (Kino) "Alhambra" [11]
299
ehemaliger Schuhmachermeister Ludwig Reinhartz [12]
302
ehemalige Drogerie Fritz Dreher
305
ehemaliges Textilgeschäft Irma Heinrich
312
ehemalige Metzgerei Volkmar
313
ehemalige Bau- und Möbelschreinerei und Beerdigungsinstitut Josef Osterloh
315
ehemaliges Schuhhaus Bednarek
327
346
Direktorenvilla der Zeche Mont-Cenis
349
ehemaliges Casino Mont-Cenis, geführt von Fritz Lux [13]
369

Literatur

Historische Bilder

Bilder

Mont-Cenis-Straße von damals bis heute

Lesen Sie auch

Quellen

  1. StAH, Protokollbuch der Gemeindevertretung Herne 1873 - 1883, Blatt 143, TOP II, Nr. 7.
  2. Ein Foto von Friedhelm Wessel
  3. "HERNE - von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße", Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Herne 1997
  4. Herner Zeitung 19.02.1938.
  5. VuKAH, Gemeinde-Atlas Herne 1823. Übersichts-Handriß.
  6. VuKAH, Gemeinde-Atlas Börnig 1826/27. Übersichts-Handriß.
  7. VuKAH, Gemeinde-Atlas Holthausen 1826. Übersichts-Handriß.
  8. VuKAH, Gemeinde-Atlas Sodingen 1827. Übersichts-Handriß.
  9. SV Sodingen, Vereinszeitung 1952/5
  10. SV Sodingen, Vereinszeitung 1952/5
  11. SV Sodingen, Vereinszeitung 1952/5
  12. SV Sodingen, Festschrift zum 40-jährigen Jubiläum, 1952
  13. SV Sodingen, Vereinszeitung 1952/5
  14. Aus Sodinger Rundblick Nr. 127/1980
  15. Zitat: Sodinger Rundblick Nr. 130/1981
  16. 16,0 16,1 Aus Sodinger Rundblick Nr. 131/1981