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Aktuelle Version vom 9. Februar 2020, 08:07 Uhr

Margot Püschel (geboren 1934 in Wanne-Eickel) ist eine ehemalige Schneiderin.


Wolfgang Berke

Laufsteg Wanne – Haus der Dame

Eleganz und ein wenig Exklusivität hatten in Wanne-Eickel eine Adresse: Hauptstraße 285. Mindestens zweimal im Jahr erfuhr es auch die staunende (in der Regel weibliche) Öffentlichkeit da heim: Immer wenn die Lokalzeitungen von den Modenschauen bei Margot Püschel berichteten. Da führten sehr appetitliche Models mal gewagte Minimode, mal schwelgerische Abendgarderoben aber vor allem immer exquisite Kleidung vor. Dass die jungen Damen für die Fotografen der Presse gelegentlich auch mal die Hauptstraße zum Laufsteg machten, war dann noch ein zusätzliches optisches Bonbon.

Margot Püschel verkaufte in ihrer Boutique natürlich nicht nur Mode, sie machte die Mode auch noch selbst. 1957 hielt die damals 23-jährige Margot ihren Meisterbrief als Schneiderin in der Hand und startete gleich durch. Auf der Rathausstraße richtete sie ein kleines Atelier ein und entwarf eigene Stücke. Diese kamen beim fachkundigen Publikum so gut an, dass sie beim Wettbewerb der Jungmeisterinnen NRW gleich im ersten Anlauf den Hauptpreis gewann. Und auch die Wanne-Eickeler Damenwelt zeigt sich begeistert: Drei Jahre nach ihrem Debüt musste sie ihren ersten Laden an der Hauptstraße in Wanne-Süd eröffnen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Was natürlich auch bedeutete, dass nun nicht mehr ausschließlich Maßkleidung verkauft wurde. Margot Püschel entwarf eine eigene Kollektion, die sie in kleinen Betrieben und bei Zwischenmeistern fertigen ließ. Dazu kamen jetzt ausgesuchte Modelle fremder Hersteller. Und kreative „Umbauten“: Saisonal veraltete Kleidung und Fehlproduktionen ließen sich günstig einkaufen – und in der Püschel’schen Werkstatt nach den pfiffigen Ideen der Chefin modernisieren und veredeln.

Mitte der 1960er Jahre folgte dann der Umzug in die Hauptstraße 285. Margot Püschel entwarf jetzt auch Mode, die nicht nur in Wanne-Eickel, sondern in vielen anderen Boutiquen und Modegeschäften verkauft wurde. Eigene Filialen in Dortmund und Bochum folgten. Eigentlich hätte es so weiter gehen können, wenn es der Chefin nicht irgendwann zu viel geworden wäre. 1987 schloss Margot Püschel ihr Geschäft, dem man es in den 1980ern auch anmerken konnte, dass die Kaufkraft zunehmend aus Wanne-Eickel abgesogen wurde.

Nachdem sie ihre angegriffene Gesundheit wieder hergestellt hatte, ließ sie sich als Suchtkrankenhelferin ausbilden, um sich der Gefährdetenhilfe zu widmen. Heute lebt Margot Püschel im Sauerland.


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors [1]
Der Text wurde für das Wiki redaktionell bearbeitet. Er stammt aus dem Jahr 2005

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Quellen

Margot Püschel