Hallenbad (Wanne-Eickel)

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Hallenbad Wanne-Eickel
Stadtbezirk: Wanne
Ortsteil: Süd
Letze Änderung: 26.01.2023
Geändert von: Andreas Janik

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Hallenbad (Wanne-Eickel) Das ehemalige Hallenbad liegt an der Straße Am Solbad 7 in Wanne-Süd

"Haus der Wasserfreunde"

1952 wurde von den Stadtwerken Wanne-Eickel, Stadtbaurat Neuhaus, Baumeister Hase (Entwurf und Bauleitung); Oberingenieur Frey, Wuppertal (Technischer Ausbau) und dem Bauunternehmen Hinsken geplant und aufgeführt. Die Einweihung erfolgte am 13. März 1954.

Das Gebäudeensemble reiht sich in die damals neue Bebauung der hier besonders betroffenen Trümmerviertel ein.

Zunächst wurde im ersten Bauabschnitt das Becken erstellt. Das heute sichtbare Gebäude mit Sanitäranlagen, etc. wurde im zweiten Bauabschnitt errichtet. Ausgeschachtet in 1953, verbaute man u. a. 60.000 Ziegelsteine und 5.700 Sack Zement, der Kostenaufwand lag bei 1.015.000 DM.

Lichtdurchflutet die ganze Halle, konnten die eingesetzten Materialien und Farben eine wohltuende Atmosphäre schaffen. Über zwei bequem hineinführende Treppen konnten »Wasserscheue« sich eingewöhnen, um das Nichtschwimmerbecken zu erreichen. Am Rand hielt man sich fest. Zur weiteren Orientierung diente die rot-weiße Kunststoffkette. Drei Sprungbretter lockten in die Tiefe. So wurde nicht nur die Schwimmhalle sorgfältig geplant, auch der Eingangsbereich erhielt besondere Akzente: Großflächige Glastüren eröffneten den Blick in das Gebäude. Eine kleine Vorhalle mit Bänken, sorgte für einen geschützten Wartebereich. Im Kassenraum befand sich rechts und links in der Wand ein Aquarium. Bunte Fische tummelten sich dort im Wasser und stimmten die Besucher ein. Von hier erreichte man auch die Abteilung der Brause- und Wannenbäder, nach Geschlechtern getrennt. Über eine geschwungene Treppe ging es hinauf in den Schwimmbereich. Eine Milchbar sorgte für die notwendige Stärkung. Gleichzeitig konnte man durch ein großes Fenster den Badebetrieb beobachten. So zogen alsbald die Besucher unter der gestrengen Aufsicht der Bademeisterin, Fräulein Hertha Endrikat, ihre Bahnen, hatten ihren Spaß und lernten Schwimmen. Dieser Klassiker unter den Schwimmbädern in unserer Region sollte möglichst schnell saniert und der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung gestellt werden.[1]


Künstlerische Ausstattung

Die zwei Putzmosaike (3,70 m x 2,60 m) stammen von Edmund Schuitz, und haben das Thema »Der Hochzeitszug des Poseidon«. Sie sind „auf der rechten und linken Bildposition zu sehen: Poseidon, ein griechischer Meeresgott, schickt einen Boten, den Delphin, zu Amphitrite, Beherrscherin der Meere. Poseidon, der Mächtige, will Amphitrite, die Freie, heiraten. Sie verweigert sich zunächst, lässt sich aber vom Heiratswerber, dem Delphin, zu Poseidon führen. Die Werbung nimmt ein glückliches Ende. Diese Allegorie findet ihre bildliche Darstellung in der Komposition der detailliert angelegten Mosaike mit reduzierter goldfarbiger Lineatur. Die Fische, Gespiele der Meeresgötter, erfreuen Poseidon und Amphitrite auf beiden Bildpositionen. Poseidon hält als Attribut seiner Macht den Dreizack in der Hand, mit dem der Gott der Meere das Meer besänftigen oder Überschwemmungen auslösen konnte. Amphitrite als Herrscherin des Meeres folgt dem Delphin zu Poseidon, den Blick zum Abschied in die Ferne gerichtet. Der Schleier, der den Körper Amphitrites bedeckt, gilt als Zeichen des Anstandes und der erfolgreichen Brautwerbung.[2]

Initiative Wiederinbetriebnahme Hallenbad Eickel

Eine Initiative engagierterer Einwohnerinnen und Einwohner, die das Hallenbad Eickel wieder zum Leben erwecken wollen, wurde 2021 gegründet um den Abriss und die Vermarktung des Geländes zu verhindern und den Schwimmsport sowie den Mangel an Schwimmlehrn- und Schwimmerfahrung zu verhindern.[4]

Am 25. Januar 2023 unterzeichneten die Vertreter der Bürgerinitiative „Wiederinbetriebnahme Hallenbad Eickel“ sowie die SPD-Ratsfraktion um den Vorsitzenden Udo Sobieski und Andrea Oehler aus dem CDU-Fraktionsvorstand in Vertretung für den Vorsitzenden Timon Radicke eine Vereinbarung über einen Kompromiss: Auf dem Gelände soll nach KOK-Richtlinien ein Vario-Schwimmbad mit einer Länge von 25 Metern, einer Breite von 12,5 Metern und zwei Metern Tiefe entstehen. Dies soll vor allem für den Schul- und Vereinssport genutzt werden und damit auch wettkampftauglich und barrierefrei sein. Bis Ende Oktober 2023 soll eine Planungsgrundlage stehen, damit sich alle Beteiligten über die Fläche und die Kosten einig und im Klaren sind.[5]

Kunstkritik - Künstlerkritik - Diskussionen

Von Seiten der Stadt Herne wurde u.a. aufgrund einer Mitgliedschaft des Künstlers Schuitz in der NSDAP das Werk als nicht Erhaltungswürdig erklärt. Zahlreiche Streitgespräche schlossen sich an, Statements wurden und werden abgegeben und das Ergebnis der Diskussion ist weiterhin offen.

Anmerkung der Redaktion: "Wir veröffentlichen hier im Wiki Artikel, die sich mit der Stadtgeschichte beschäftigen. Wir können und werden die Artikel aber nicht danach auswählen, von welcher Seite sie Applaus bekommen. Es zählt zum Wesen offener Gesellschaften, sich kritisch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wir werden weiterhin alles daransetzen, Neutral über alle Aspekte der Stadtgeschichte zu berichten."

Weblinks

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Quellen

  1. Ingeborg Müller-Schuitz: Das Hallenbad in Wanne-Süd. In: Der Bote 15, S. 33
  2. Ingeborg Müller-Schuitz: Das Hallenbad in Wanne-Süd. In: Der Bote 15, S. 33
  3. 3,0 3,1 Foto: Wolfgang Quickels
  4. Vgl.: https://hallenbad-eickel.de
  5. Vgl.: HalloHerne.de