Gerhard Ucka

Gerhard Ucka (geboren 29. September 1944 in Herne, gestorben 1. Mai 2018 in Herne.) war Politiker (CDU), Lehrer, Katholik, Rom- und Italienreisender sowie Gründungsmitglied des Historischen Vereins.

Leben und Wirken

Nach seinem Abitur am Pestalozzi-Gymnasium studierte er an der Universität Bochum Geschichte und Religion aufs Lehramt. Nach kurzer Zeit außerhalb Hernes wirkte er bis zu seiner Pensionierung als Lehrer für Geschichte, Latein und später kath. Religion an seiner alten Schule. Schon früh engagierte er sich in der katholischen Kirche und besonders in seiner Heimatgemeinde Herz-Jesu in Herne-Süd in verschiedenen Bereichen. Auch im Alt-Dekanat Herne wurde er zu einer wichtigen Stütze des christlichen Glaubens in Herne.

Seit 1972 war der verheiratet und hatte zwei Kinder und vier Enkel. Verstorben im Lukas-Hospiz, wurde Ucka am 12. Mai 2018 auf dem Herner Südfriedhof beigesetzt.

Politik

1968 trat er in die CDU Herne und der Junge Union ein und wurde für vier Jahre Kreisvorsitzender der Jugendorganisation. Von 1974 bis 1989 war er Ortsverbandsvorsitzender und zuletzt Ehrenvorsitzender der CDU in Herne-Süd. 14 Jahre war er stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Herne. 1969-1974 wurde er „sachkundiger Bürger“ im Schul-, Kultur- und Bildungsausschuss, von 1975 - 2009 Stadtverordneter, von 1989 bis 1996 Fraktionsvorsitzender, 1991 bis 2004 Vorsitzender des Ausschusses für Beteiligungen und optimierte Regiebetriebe und von 1995 bis 2010 Mitglied des sogenannten „Westfalenparlaments“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster.
Zwei Mal 1989 und 1994 kandidierte er erfolglos für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Herne.[1]

Eisleben und Kloster Helfta

Seit der politischen Wende 1989 und der daraus erwachsenen Wiedervereinigung 1990 wurde ihm die Zusammenarbeit und Begleitung der Partnerstadt Eisleben wichtig. Seit 1995 war Ucka Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der Sektion Eisleben des „Verein zur Förderung der partnerschaftlichen Beziehungen der Stadt Herne e.V.“.
In der Lutherstadt Eisleben setzte er sich zudem tatkräftig für die Rettung der Klosterruine und den Wiederaufbau des bedeutenden und inzwischen zu neuem Glanz erstarkten Cistercienserinnen-Kloster zu Helfta ein.

Rom

1971 begann mit einer Fahrt auf Einladung der Democratia Cristiana der Jungen Union ein Kapitel in seinem Leben, was sich zu einer wahren Leidenschaft entwickelte: Das ewige Rom.
Wie kein Zweiter suchte er in mehr als 120 Besuchen alle Ecken und Wege der italienischen Hauptstadt und ihrer Umgebung auf die im von Interesse seinen konnte. So sammelte er ein umfangreiches Fachwissen über diese Stadt an und teilte diese Liebe in zahlreichen Gruppenreisen und Vorträgen mit anderen. Die Stadt Rom ehrte ihn zu Recht 1996 mit dem Ehrentitel „Socius urbis“ (Freund der Stadt).
2011 erfuhr er bei einem seiner Besuche, dass sich die dortige evangelische Gemeinde darum bemühte, Rom aus Anlass des Reformationsjubiläums zu einer Lutherstraße zu verhelfen. Er setzte sich daraufhin mit der Eislebener Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) in Verbindung und bat um Unterstützung. Diese schrieb sofort einen Brief an ihren Amtskollegen in Rom, den Ucka gern überbrachte. Das Begehren fiel dort im Stadtrat auf fruchtbaren Boden, doch dauerte es noch einige Zeit bis Ucka die frohe Botschaft verkünden konnte. Am 16. September 2015 wurde in einem feierliche Akt und unter großer öffentlicher Anteilnahme ein Platz nach Martin Luther benannt. Die „Piazza Martin Lutero“ liegt in der Nähe des weltberühmten Kolosseums. [2]
Seine Sprachkenntnisse nutzten ihn natürlich sehr. So betreute er seit 2011 einmal pro Monat bis zu neun italienischstämmige Häftlinge im Gefängnis Krümmede in Bochum. [3]

Carla Ronci

„Im Jahr 2009 bin ich, Gerd Ucka, bei einer Wallfahrt nach Loreto durch eine Ausstellung auf die „Ehrwürdige“ Carla Ronci gestoßen. Die Person und ihre Spiritualität hat mich sehr fasziniert. Durch mehrere Nachforschungen bin ich mit Vertretern des Säkularinstituts „Mater Misericorndiae“ und dem Beauftragten des Bischofs von Rimini in Kontakt gekommen. Seit dem positiven Abschluss der kirchlichen Überprüfung der Tugendhaftigkeit Carla Roncis wird die Seligsprechung erwartet. Voraussetzung ist der Nachweis eines Wunders. Die Freunde von Carla Ronci haben mich gebeten, dieses Anliegen und ihre Person im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen.
So haben Linda Menniger und ich als erste Deutsche eine italienische Schrift über Carla Ronci ins Deutsche übersetzt und die Website der Gemeinschaft „Mater Misericordiae“ um den deutschen Abschnitt ergänzt. […].“[4]

  • Lanfranchi, Fausto: Carla Ronci: testimone del Vangelo. 2002, ISBN 88-315-1923-9. Deutsche Übersetzung: Linda Menniger, Gerhard Ucka: Cala Ronci: eine Zeugin des Evangeliums. (PDF; 4,3 MB)[5]

https://www.youtube.com/watch?v=00LA1QW0Ad0

Auszeichnungen

  • 2001 Träger des Bundesverdienstkreuzes,
  • 1989 Träger des Ehrenringes der Stadt Herne
  • 1996 „Socius urbis“ (Freund der Stadt) Rom
  • 31.10.2016 Träger der Ehrennadel der Lutherstadt Eisleben


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Quelle