Eickel (Stadtbezirk)


Seit der 1975 ist Herne über die Gemeindeordnung verpflichtet, das gesamte Stadtgebiet in Stadtbezirke einzuteilen. Aus den traditionellen Siedlungsbereichen wurden demnach vier Stadtbezirke gebildet: Eickel, Herne-Mitte, Sodingen und Wanne. Für jeden Stadtbezirk ist eine Bezirksvertretung gebildet, deren Mitglieder (Bezirksverordneten) für die Dauer von fünf Jahren gewählt sind. Der Vorsitzende trägt die Bezeichnung Bezirksbürgermeister/in.[1] Die Sitzungen finden in der Regel im Bürgersaal des Sud- und Treberhauses statt.

Statistische Bezirke, den namentlichen Stadtteilen zugeordnet [2]

Zum Stadtbezirk Eickel gehören in hierarchischer Aufstellung die Stadtteile[3]:

  • Wanne-Süd
    • Wanne-Süd
    • Gartenstadt
  • Eickel
    • Eickel-Kern
    • Hannover
  • Röhlinghausen
    • Pluto
    • Röhlinghausen-Kern
    • Königsgrube


Wolfgang Berke

Burgen, Bauern und ein halber Bahnhof

Wenn man dem glauben darf, was an schriftlichen Unterlagen über die Gegend zwischen Ruhr und Emscher noch existiert, gebührt Eickel die Ehre, der älteste Teil Wanne-Eickels zu sein. Vor mehr als 1.200 Jahren wurden sie in Birkenrinde geritzt: die Heldentaten des Tabo von Eickel, der 774 die heidnischen Horden in die Flucht schlug. Seine Burg hieß noch nicht Eickel sondern „Eclo“, das von ihm kontrollierte Gebiet umfasste das ganze spätere Stadtgebiet Wanne-Eickel. Nur an der Emscher lag ein kleines Dorf, das sich hübsch die Eigenständigkeit bewahrte: Crange. (Erst 1441 sollte Crange vorübergehend unter die Fuchtel von Eickel geraten.)

Eclo leistete sich in seinen zwölf Jahrhunderten manch nette Namen – darunter auch Ikkel und Eycklo – und kam dann ungefähr Mitte des 17. Jahrhunderts bei Eickel an. Die wenigen Bauern und Kaufleute in Eickel verteilten sich auf 50, 60 Häuser, die zwischen den Anwesen des maßgeblichen Adels lagen: Burg Eickel, Dorneburg, Haus Gosewinkel, Haus Bönninghausen.

Eickel holte sich eine Kirche, die Gerichtsbarkeit und eine Schule, diente immer den richtigen Herren und sicherte sich seinen Einfluss. Hätte alles ganz beschaulich weitergehen können, wenn 1873 nicht die Zeche Hannibal ihre Förderung aufgenommen hätte. Schluss war’s mit der Ruhe, und Eickel wurde genauso beschleunigt wie all die kleinen Orte, in denen plötzlich riesige Zechen und Stahlwerke wucherten.

1890 wuchs die Zeche Shamrock nach Eickel rein, die Köln-Mindener Eisenbahn setzte einen Bahnhof direkt vor Eickels Tür, und auf dem Eickeler Markt kreuzten bald die Elektrischen aus allen vier Himmelsrichtungen. Das Wachstum radierte manchen Hof und manch schönes Fachwerkensemble aus. Aber es gab auch Traditionelles, das mitwuchs. Die Hülsmann-Brauerei zum Beispiel, oder kleine Handwerksbetriebe, die bald wichtige Zulieferer für Bergbau und Schwerindustrie wurden.

Alles, was die anderen hatten, konnte Eickel auch bieten: Rathaus, Volksgarten, Marktplatz, Denkmäler, Kaufhäuser, Droschkenplätze. Und was man nicht alleine hatte, teilte man sich mit anderen. Den Bahnhof zum Beispiel, Realgymnasium, Strom- und Gasversorgung. Meinetwegen auch mit Wanne. Und als dann 1926 mal wieder eine fällige Kommunalreform vor der Tür stand, blickte sich Eickel ängstlich um, erschauderte beim Anblick Bochums und Gelsenkirchens, wandte sich dann nach Norden – und seufzte irgendwie so etwas wie: „Meinetwegen auch mit Wanne ...“


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors [4]
Der Text wurde für das Wiki redaktionell bearbeitet. Er stammt aus dem Jahr 2005


Siehe auch

Einzelnachweise

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