Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885

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Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885
BUV Herne-Sodingen
Vorsitz: Gottfried Zechel
Gründung: 13.09.1885
Mitglieder: 2017: 85 + 24 Wittwen
Letzte Änderung: 03.04.2018
Geändert von: UlliSodingen


Der Sodinger Bergmanns-Unterstüzungs-Verein 1885 ist mit der Errichtung der Schachtanlage Mont-Cenis im Jahre 1872 verbunden. Der Bergbau zog viele Menschen nach Sodingen. Ein Teil der Bergleute fand sich im Juni 1885 zur gegenseitigen Hilfe zusammen.
[1], [2]
Vereine von Bergleuten zur gegenseitigen Unterstützung der Kameraden in Krankheit und bei Sterbefällen reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Soweit sie die Form von Knappschaftsvereinen hatten, wurden sie in der Neuzeit in die gesetzliche Krankenversicherung mit eingegliedert. Die kleineren Bergmanns-Unterstützungs-Vereine hatten ihre Grundlage in der örtlichen Angebundenheit. Es sind auch heute noch viele Vereine vorhanden, die neben der Knappschaft für ihre Mitglieder bei Krankheit und Sterbefällen sorgen.

Der Sodinger Bergmanns-Unterstüzungs-Verein 1885 ist mit der Errichtung der Schachtanlage Mont-Cenis im Jahre 1872 verbunden. Der Bergbau zog viele Menschen nach Sodingen. Ein Teil der Bergleute fand sich im Juni 1885 zur gegenseitigen Hilfe zusammen. Diese Vereinigung führte zunächst den Namen "Gysenberg-Sodingen".

In den Satzungen hieß es: "In Gysenberg-Sodingen hat sich für die Gemeinden Holthausen, Börnig, Gysenberg-Sodingen und Holthausen-Landwehr ein Verein gebildet, welcher die Bezeichnung Bergmanns-Unterstützungs-Verein führt und seinen Sitz in Gysenberg-Sodingen hat."

Die erste Versammlung wurde am 13. September 1885 abgehalten. In dieser Versammlung ließen sich 63 Mitglieder einschreiben. Sie wählten folgenden Vorstand:

  • 1. Vorsitzender: Johann Schriewer, Stellvertreter: Heinrich Knapp,
  • Schriftführer: Josef Ninhues, Stellvertreter: Wilhelm Wienhoff,
  • Kassierer: Friedrich Schemberg, Stellvertreter: Heinrich Ennge.

Es wurden sofort Bergmannsmützen angeschafft, die bei Versammlungen und Beerdigungen getragen werden mußten.
Am 27. Juni 1886 feierte man das erste Stiftungsfest, verbunden mit der Fahnenweihe.
Die Vereinslokale wechselten häufig. Als man 1886 Wiesmann zum Vereinslokal wählte, erhob der Wirt Westerholt beim Amtsgericht Klage, die aber erfolglos blieb. Es folgten die Lokale Westerholt, Borgmann, Engels, Nöthe, Feiertag, Luke, Borgmann und Wiesmann bis heute.

Mit der Zeche Mont-Cenis unterhielt man ständig freundschaftliche Beziehungen. 1886 war Direktor Kraus Ehrenpräsident und Betriebsführer Neuhaus sein Stellvertreter. Die Beamten und Angestellten waren aktive und passive Mitglieder. Direktor Denzel (1897), Assessor Battig, Assessor Hotzel, Assessor Kickebusch, Generaldirektor Mayer, Direktor Dr. Miles, Dr. Heidemann, Direktor Ertl, Direktor Müller-Klönne, Direktor Zilligen, Inspektor Cöppencastrop sowie Dr. Kuss, waren Freunde und Gönner des Vereins. Der Tradition getreu, haben sie den Verein nach allen Kräften unterstützt.

1910 feierte man im gesamten Ortsteil Sodingen das SILBERNE JUBILÄUM unter Anteilnahme der Amts-, Gemeinde- und Zechenverwaltung sowie der gesamten Bürgerschaft von Sodingen und Umgebung.
Es wurde eine neue Fahne durch den Gemeindevorsteher und Betriebsinspektor Stegmann eingeweiht. Der Silberkranz wurde von der Gemeinde gestiftet.

Als Gründer wurden geehrt: Wilhelm Tollkamp, Karl Wiegmann, Heinrich Niermann, Johann Kleinhubbert, Franz Lohmann, Wilhelm Strathaus und Franz Winkelmann.

Es folgten jährlich Stiftungsfeste bis zum August 1914. 10 aller Kameraden wurden Soldat. Das Vereinsleben wurde dementsprechend auch ruhiger. Liebesgaben wurden ins Feld gesandt und die Frauen und Kinder der Soldaten zu Weihnachten beschenkt.

Nach dem Kriege lebte der Verein wieder auf, jedoch mit etlichen Finanzsorgen.
1918 mußten die Beiträge erhöht werden. 1923 waren es schon 100,00 Mark, im September 1923 schon 1 Million Mark. Die Versammlung beschloß, die Beitragszahlungen auszusetzen, bis eine stabile Währung wiederhergestellt war.
Im Januar 1924 war der Millionenspuk vorbei und der Beitrag wurde auf 0,50 Mark festgesetzt.

Jetzt lief alles wieder normal. Am 9. Mai 1925 wurde das 40-jährige Stiftungsfest würdig begangen. Die Mitgliederzahl wuchs. Das 1920 gegründete Trommlerkorps wurde wieder aufgefrischt. So ging es Jahr für Jahr wieder aufwärts.

Am 22. und 23. Juni 1935 feierte man das 50-jährige Stiftungsfest im großen Rahmen.
Ganz Sodingen prangte im Flaggenschmuck und alle Geschäfte dekorierten ihre Fenster zu Ehren der Kumpels. Die Stadtverwaltung Herne stiftete dem Verein einen goldenen Fahnenkranz.
Bis 1939 war alles in bester Ordnung. Da brach der zweite Weltkrieg aus. Das Vereinsleben kam zum Erliegen. Nur selten wurden noch Versammlungen abgehalten. Der Vorsitzende Josef Feigl (1936 bis 1945) wurde nach dem Zusammenbruch durch Willy Fernau für 1 Jahr abgelöst. Josef Feigl bleibt durch seinen persönlichen Einsatz für den Verein unvergessen. Unter seinem Vorsitz ab 1946 blühte der Verein mächtig auf. Die traditionelle Kinderbescherung zu Weihnachten machte dem Verein großes Kopfzerbrechen. Hier half großzügig Direktor Miles.

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1948 verlor der Verein sein gesamtes Vermögen und mußte von vorne anfangen. Die Kameraden blieben trotzdem dem Verein treu.

Am 15., 16. und 17. Juli 1950 feierten wir das 65. Stiftungsfest. Die Behörden und die Polizei, der Oberbürgermeister sowie die Bergbehörde und die Geschäftsleute, mit ihnen die Bevölkerung, nahmen regen Anteil an diesem Stiftungsfest.

Im Januar 1953 trat der 1. Vorsitzende wegen Krankheit von seinem Amt zurück. Willy Fernau wurde sein Nachfolger. Die junge Mannschaft, die der neue Vorsitzende um sich scharrte, setzte sich für alle Belange des Vereins ein. Die Mitgliederzahl schnellte in die Höhe. So konnte der Verein im Juli 1960 sein 75-jähriges Stiftungsfest feiern.

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Am 24., 25. und 26. Juli 1965 stand das 80-jährige Stiftungsfest an.
Das Festzeit mit der Kirmes waren schon auf dem alten Sportplatz an der Mont-Cenis-Straße aufgebaut und Zusagen vieler Vereine aus dem Bundesgebiet, Belgien, Frankreich, Holland, Lothringen und Italien waren eingegangen, als uns die Nachricht von dem Grubenunglück auf Mont-Cenis erreichte.
Mehrere Vereinsmitglieder kamen dabei ums Leben oder trugen schwere Verletzungen davon.
In einer Sondersitzung wurde beschlossen, das Fest abzusagen und auch nicht nachzuholen. Die Stadt Herne zeichnete sich durch tatkräftige Hilfe bei der Absage aller ausländischen Vereine aus. Niemand reiste vergebens an. Der Verein nahm geschlossen an der Trauerfeier und den Beisetzungen teil. Alle unter Vertrag stehenden Künstler und der Zeltverleiher mit den Schaustellern traten ohne Forderungen von ihren Verträgen zurück.



In der Jahreshauptversammlung im Januar 1967 wurde Günter Awiszus zum 1. Vorsitzenden gewählt. Keiner konnte damals voraussehen, wie positiv sich diese Wahl für den B.U.V. bis heute auswirken sollte.
Der Gesamtvorstand, alles gestandene und aktive Bergleute, setzten sich noch einmal für eine großangelegte Mitgliederwerbung ein. Die Mitgliederzahl konnte erheblich verbessert werden.

Kaum zum 1. Vorsitzenden gewählt, mußte Günter Awiszus seine erste große Feuertaufe bestehen. Unter der Schirmherrschaft von Oberbergrat a.D. Theobald Keyser beging der Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Baukau sein 85-jähriges Bestehen, gemeinsam mit dem Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885, der damit seine Feierlichkeiten zum 80. Gründungsfest, das im Juli 1965 infolge eines tragischen Grubenunglücks auf der Zeche Mont-Cenis kurz vor Festbeginn abgesagt werden mußte, nachholte. Mit einem Großkonzert auf dem Herner Rathausplatz, dargeboten von 400 Musikern des Orchesters Ruhrbergbau mit Spielmannszug Ruhr (B.U.V. Herne-Sodingen), dem Orchester Harmonie du Groupe D-Henin-Lietard (Pas de Calais-Frankreich) und namhaften Spielmannszügen von Bergmannsvereinen aus Nordrhein-Westfalen, fand das Bergfest am Samstag, dem 26. August 1967, seinen glanzvollen Auftakt.

Vor über 10.000 Zuschauern stellten Bergmusiker mit einem guten Musikprogramm, das von der Marschmusik bis zu den Melodien aus My fair Lady reichte, erneut ihr großes Können unter Beweis. Ein unvergeßlicher Eindruck bot sich den Gästen, als zum Abschluß des Konzertes der Große Zapfenstreich erklang.
Mit großer Spannung lauschten 2.000 Gäste der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Günter Awiszus und der Festrede von Oberbergrat Keyser. Mit einem großen Unterhaltungsprogramm internationaler Artisten und dem Tanz in den Morgen endete der erste Tag. Mit einem Bergmannsgottesdienst und einer Kranzniederlegung begann der zweite Festtag. Den Höhepunkt fand das Bergfest mit einer Bergparade durch die City der Stadt Herne. Der Festumzug unter der Mitwirkung von 60 Bergmannsvereinen mit ihren traditionellen Fahnen, den Bergmusikkapellen und Spielmannszügen, begeisterte mehrere zehntausend Menschen, die links und rechts die Straße säumten. Mit einem Tanzabend für "jung und alt" sowie am Montag mit einem Hausfrauennachmittag (1.500 Bergmannsfrauen) bei Kaffee und Kuchen und dem großen Knappenball am Abend, endete dieses Bergfest.

Nach bestandener Feuertaufe beim Herner Bergfest, wurde wieder mehr Augenmerk auf unser Vereinsleben gelegt. Versammlungen, Stiftungsfeste, Ausflüge und Weihnachtsfeiern wurden organisiert.

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Am 22., 23. und 24. August 1970 feierte der Verein sein 85-jähriges Bestehen neben dem 50-jährigen Jubelfest seines Spielmannszuges. Die Sodinger Mitbürger unterstützten mit ihrem Festbesuch am Samstag und Sonntag (beide Tage ausverkauft) den B.U.V. Herne-Sodingen. An diesen Tagen wurde Sodingen ein Treffpunkt von Bergmanns- und Knappenabordnungen sowie Spielmannszügen und Kapellen aus dem Rhein-Ruhrgebiet, aus Frankreich und Belgien. Herne-Sodingen stand im Zeichen der Bergmannsmusik.
Erster Höhepunkt des Samstags waren die Stadtteilkonzerte und der Sternmarsch der Gast-Spielmannszüge und Kapellen zum Festzelt an der Mont-Cenis-Straße. Ein schönes Bild bot der Spielmannszug des Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885, vereint im Zusammenspiel mit dem befreundeten französischen Blasorchester "Harmonie" aus Henin-Lietard. Der Festakt am Samstagabend war eine eindrucksvolle Veranstaltung. Am Sonntag wurde der Ortsteil Sodingen von Bergleuten aus Nah und Fern besucht. Ein großer Festzug mit einer Riesenanteilnahme aller Sodinger Mitbürger schloß sich an. Mit dem großen Zapfenstreich ging der Sonntag zu Ende. Der gesamte Vorstand des B.U.V. beschloß, wegen der großen Anteilnahme der Bevölkerung, das Festzelt am Montagabend zum Haus der offenen Tür zu erklären. Zu Tausenden strömten die Mitbürger in das Festzelt und auf den Festplatz. Im und außerhalb des Zeltes wurde der letzte Festtag gebührend gefeiert. Ein Feuerwerk beschloß die Festlichkeiten.

Günter Awiszus und seine Vorstandsmitglieder bestanden hier eine weitere Probe. Noch heute spricht man in Sodingen von diesem Ereignis. So ein gelungenes Fest gibt dem Verein und seinem Vorstand Mut, weiter zu machen. Vereins ausflüge wurden organisiert. Zusammengehörigkeit und Kameradschaft wurden dadurch gefördert. Das Vereinsleben gestaltete sich unter der Führung von Günter Awiszus sehr vielseitig. Unermüdlich setzte er sich für alle Vereinsangelegenheiten mit persönlichem Engagement ein. Auch für den Herner Ring ist unser l. Vorsitzender ein Gewinn.

Die Schachtanlage Mont-Cenis, durch die der Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885 entstanden ist, hat ihre Kohlenförderung nach 106 Jahren 1978 eingestellt.
Wir als Traditionsverein, waren es den Bergmanns-Stadtteilen Sodingen, Börnig und Holthausen mit seinen Mitbürgern schuldig, dieses Ereignis würdig zu begehen. So organisierten die Männer um Günter Awiszus am 26., 27. und 28. Mai 1978 auf dem Zechenplatz eines der bis dahin größten Zeltfeste unter dem Motto: Sodingen nimmt Abschied vom Bergbau. Die Werksdirektion des Bergwerks Friedrich der Große / Mont-Cenis unterstützte uns in jeder Hinsicht.
An diesen 3 Tagen herrschte im Stadtteil Sodingen nicht Trauer, sondern Festtagsstimmung. Alles war auf den Beinen. Der Ortsteil hatte Flaggenschmuck angelegt. Die Eintrittskarten wurden fast nur im Vorverkauf abgesetzt, so groß war das Interesse. Mit Kranzniederlegungen in Holthausen und Börnig, einem Platzkonzert durch den Spielmannszug des B. U.V. mit Blasmusik, der Festansprache und Jubilarehrung durch den Schirmherrn Dipl.-Berging. Wilhelm Cöppencastrop, begann das Bergfest. Der Samstagabend mit seinem großen Unterhaltungsprogramm, wurde für alle Anwesenden ein unvergessener Abend. Hunderten von Mitbürgern konnte wegen Überfüllung des 1.200 qm-Zeltes der Eintritt nicht gestattet werden. Das Tanzbein wurde bis zum frühen Morgen geschwungen.
Mit einem ökumenischen Gottesdienst im vollbesetzten Festzelt begann bei strahlendem Sonnenschein der Sonntag. Viele Zuschauer kamen zum Frühschoppen und dem Frühkonzert. Ein Kinderfest schloß sich an. Beim gemeinsamen Mittagessen herrschte Hochbetrieb an der Gulaschkanone. Viele Sodinger Familien standen in der Schlange, um sich und die ihren mit Essen zu versorgen. Aus allen Richtungen von Nah und Fern kamen die Bermannsvereine, Schützenvereine, Turn- und Sportvereine und Spielmannszüge. Das Zelt war zu diesem Zeitpunkt schon überfüllt. Viele Vereine hielten sich im Freien auf.
Der anschließende riesige Festzug mit Bergparade wurde für alle Beteiligten ein Erlebnis. Viele, ja sehr viele Zuschauer säumten die Straßen und zollten den endlosen Marschkolonnen Beifall. Der Höhepunkt aber war der Sonntagabend. Der Spielmannszug des B.U.V. Herne-Sodingen 1885 und das Blasorchester Friedrich der Große, unter der Leitung von Rudi Pludra und Gerhard Mils, begleitet von 50 Fackelträgern, zum Teil Schützen und Bergleute, marschierte von der Zeche (Schacht I) unter flotter Marschmusik zum Zechenvorplatz. Hier wurde der Große Zapfenstreich von einer unübersehbaren Menge an Zuschauern mit großem Beifall empfangen. Nach Beendigung des Großen Zapfenstreiches setzte von der Steinhalde ein großes Höhenfeuerwerk ein.

Allen Zuschauern und Beteiligten bleibt dieses Ereignis unvergessen. 3 verschiedene Tanzkapellen spielten an den Festtagen zum Tanz.
Der Familien-, Senioren- und Hausfrauennachmittag bei Kaffee und Kuchen sowie einem Unterhaltungsprogramm, wurde von der Bevölkerung voll angenommen.

Der Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885 konnte seine enge Verbundenheit mit der Anlage Mont-Cenis und den Mitbürgern nicht deutlicher zeigen, als durch dieses Fest. Nach der Stilllegung von Mont-Cenis geht das Vereinsleben weiter. Ein großer Teil der Mitglieder ist über die Anpassung in den Vorruhestand gekommen. Der tägliche Kontakt unter den Mitgliedern, bedingt durch das Arbeitsverhältnis, ist nach Schließung der Zeche verlorengegangen. Aber wir Idealisten werden das Erbe unserer Väter über die bergmännische Tradition wachhalten. Stolz sind wir auf unsere Mitgliederzahl, die nach der Stillegung nicht abgenommen hat. Junge Männer treten heute dem B.U.V. bei. Das ist gut für den weiteren Fortbestand des Traditionsvereins.

Pflege des bergmännischen Brauchtums, Besuche der Brudervereine, Kinderfeste, die traditionelle Kinderbescherung zu Weihnachten und die Karnevalsfeiern stehen heute noch an erster Stelle. Wir, der Vorsitzende Günter Awiszus und seine Vorstandsmitglieder, bieten den Mitgliedern Unterhaltung und Geselligkeit an. Dieses Angebot sollte von allen angenommen und in die Tat umgesetzt werden.

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Im Jahre 1985 wird der B.U.V. Herne-Sodingen 1885 100 Jahre alt.
3 Tage steht der Ortsteil Sodingen unter dem Zeichen des B.U.V .
Ein großes Zeltfest mit vielen Ereignissen wirft seine Schatten voraus.

An dieser Stelle möchte der Chronist auch einmal Dank sagen den Kameraden (1945 bis 1985), die mit persönlichem Einsatz zum Wohle des B.U.V. gearbeitet haben: Josef Feigl, Alfons Keuper, Willy Fernau, Hans Wollert, Vinz Nowak, Jakob Kraus, Willi Lorenz, Fritz Schiminski, Will i Murava, Paul Nentwig, August Wehnes, Fritz Schäfer, Paul Fink, Erich Pohl, Alfred Keuper und Benno Lettmann.

Mit Stolz kann der Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885 auf seine Vergangenheit zurückblicken. Der unermüdlichen Arbeit des Vorstandes ist es zu verdanken, daß der Verein heute seinen lOO-jährigen Geburtstag gebührend feiern kann.
Der Wunsch des jetzigen Vorstandes ist es, daß dem Verein noch viele segensreiche Jahre zum Wohle seiner Mitglieder und zur Ehre des Bergmannsstandes beschieden sind.


Vorsitzende

  • 1885 - 1890 Johann Schriewer
  • 1890 - 1891 Fr. Westerholt
  • 1891 - 1895 August Schütz
  • 1895 - 1901 Heinrich Köster
  • 1901 - 1903 Friedrich Tenge
  • 1903 - 1911 Heinrich Köster
  • 1911 - 1935 Friedrich SchürhoIt
  • 1935 - 1936 Gustau Anlauf
  • 1936 - 1945 Josef Feigl
  • 1945 - 1946 Willy Fernau
  • 1946 - 1953 Josef Feigl
  • 1953 - 1962 Willy Fernau
  • 1962 - 1963 Hans Wollert
  • 1963 - 1967 Alfred Keuper
  • 1967 - 19xx Günter Awiszus
  • 19xx - 19xx Günter Posselt
  • 1992 - 2014 Anton Schäfer
  • 2014 - 20xx Gottfried Zechel

Veranstaltungen

22. Juli 2015

  • Gedenkveranstaltung anlässlich des 50. Jahrestages der Schlagwetterexplosion auf der Zeche Mont-Cenis

31. Mai 2015

  • Teilnahme an der Landeskirchschicht in Ibbenbüren

29. Mai 2010

  • Das 125-jährige Bestehen wird, im Rahmen der Aktion Schachtzeichen2010, vor der Akademie Mont-Cenis gefeiert.

3. September 2000

  • Ökumenischer Bergmannsgottesdienst in der Akademie Mont-Cenis, anlässlich des 9. Deutschen Bergmanns-, Hütten- und Knappentag in Herne.

27. März 1999

  • Delegiertenkonferenz des Ringes Herner Berg-, Hütten- und Knappenvereine

20. Januar 1999

  • Neuwahl des Vorstandes und Jubilarehrung

7. und 8. Juni 1997

  • Bergfest auf dem Marktplatz vor dem Sodinger Bunker.

18., 19., 20. Mai 1985

  • 100-jähriges Jubiläum des BUV Herne-Sodingen und 65-jähriges Jubiläum des Spielmannszuges

26., 27. und 28. Mai 1978

  • "Sodingen nimmt Abschied vom Bergbau"; großes Zechenfest auf dem Zechenplatz anläßlich der Schließung der Schachtanlage Mont-Cenis

22., 23. und 24. August 1970

  • 85-jähriges Bestehen des BUV Herne-Sodingen und 50-jähriges Jubelfest des Spielmannszuges

15., 16. und 17. Juli 1950

  • Feier zum 65. Stiftungsfest.

22. und 23. Juni 1935

  • 50-jährige Stiftungsfest: Ganz Sodingen prangte im Flaggenschmuck und alle Geschäfte dekorierten ihre Fenster zu Ehren der Kumpels. Die Stadtverwaltung Herne stiftete dem Verein einen goldenen Fahnenkranz.

9. Mai 1925

  • Feier anläßlich des 40-jährigen Stiftungsfestes

September 1923

  • Erhöhung der Beiträge auf 1 Million Mark

1910

  • 25-jähriges SILBERNE JUBILÄUM unter Anteilnahme der Amts-, Gemeinde- und Zechenverwaltung sowie der gesamten Bürgerschaft von Sodingen und Umgebung. Es wurde eine neue Fahne durch den Gemeindevorsteher und Betriebsinspektor Stegmann eingeweiht. Der Silberkranz wurde von der Gemeinde gestiftet.

27. Juni 1886

  • Erstes Stiftungsfest und Fahnenweihe

13. September 1885

  • Gründungsversammlung



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Quellen

  1. Sodinger Anzeiger, Nummer 4, 16. Mai 1985
  2. 1885-1985 Jubiläums-Festschrift "100 Jahre Bergmanns-Unterstützungs-Verein Herne-Sodingen 1885"