Auf dem Hörstchen

Mit dem Begriff "Horst" bezeichnet man Gestrüpp, das nach Holzung eines Waldes übrigbleibt oder das aus den Wurzelstöcken, den Stucken, ausschlägt.

Überblick
Auf dem Hörstchen Gerd Biedermann 2016.jpeg
Bildinfo: Auf dem Hörstchen im März 2016



Benennung: 13. Dezember 1928
Durch: Polizeipräsident Bochum, Polizeiamt Herne [1]
Postleitzahl: 44649
Stadtbezirk: Wanne
Ortsteil: Bickern
Kartengitter: C4
Letze Änderung: 02.02.2018
Geändert von: Harry

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Historie

Demnach entstanden das Hörstgen und die Horsthöfe nach Rodung eines kleinen Waldstücks. In dem Verzeichnis der Güter des Offiziums Wattenscheid werden im Jahre 1411 in "Byckeren" ein "Gert op der Hoirst" und "Sondach op der Horst" als Zinspflichtige aufgeführt.

Haus Horst oder Hörstchen war ein altes Lehengut der Limburg-Styrumer Grafenlinie. Belehnt waren die Adeligen von Eickel. Im Jahre 1392 wurde Johan Ekel (1376 - 1427) belehnt und danach erhielt es sein Sohn (1458: der "grote Johann auf der Horst"); ihm gehörten auch die Horsthöfe. Von seinen Kindern wurde der Sohn "Derick van Ekel" 1479 mit dem obersten Haus zur Horst belehnt; er starb nach 1502 kinderlos, worauf Horst auf seinen Vetter "Evert auf dem niedersten Haus zu Krange" überging.

Seine Kinder blieben auf Gut Horst, der Sohn Heinrich nannte sich Herr zu Horst, Vörden (bei Castrop) und Brockhausen; der Sohn Dietrich, verheiratet mit Agnes von Elverfeld, war Droste von Iserlohn und saß wohl auf dem unteren Haus von Krange, wo er und sein Bruder Heinrich 1514 genannt werden. Haus Horst ging dann auf die Söhne des Heinrich Lorenz und Jasper im Wege der Erbteilung über. Sie starben vor 1605. Haus Horst muss von ihnen an Bernhard von Oer verkauft worden sein. 1602 saß Hermann von Oer auf Horst.

Danach ging Haus Horst auf Lambert von Oer zu Kakesbeck über. Er und seine Frau Margarete von Bodelschwingh verkauften am 30. Dezember 1626 auf Haus Sandfurt ihre Gerechtigkeit an dem adeligen Haus zur großen Horst im Kirchspiel Eickel an Wilhelm von Hugenpoth und seine Frau Aleonora von Ripperden auf Haus Gosewinkel für 4.860 Reichstaler. Am 1. März 1636 genehmigte vor dem Richter Hermann Hugenpoth zu Bochum Dietrich von Eickel auf Haus Weitmar diesen Verkauf "als Gläubiger". Wilhelm von Hugenpoth übertrug durch Vertrag vom 9. November 1656 an seinen ältesten Sohn Johann die Häuser Goswinkel und Hilbeck, an seinen zweiten Sohn Balthasar Haus Hemmerde; die vier Töchter Anna Sofia, Clara Elisabeth, Wilhelmine Eleonore und Petronella Margareta erhielten je 2.000 Reichstaler. Haus Horst behielt sich der Vater als Leibzucht vor; es sollte nach seinem Tode an Johann fallen. Nach dem Tode des Vaters wurde Haus Horst an Christoph Beverförde verpachtet. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg kein Geld zu beschaffen war, mussten sich die vier Töchter mit den Zinsen (Pacht aus den Erbgütern) begnügen. Die Töchter blieben auf Horst sitzen; zwei traten ins Damenstift Gevelsberg ein. Clara Elisabeth heiratete später Herrn von Portmann in Aurich. Nach dem Tode Johanns erbte seine Tochter Walpurg Eleonore, verheiratet mit Johann Sigismund von Aßbeck auf Goor, Haus Horst. 1697 starb von Aßbeck; er wurde von einem Leutnant Wiesmann, der eine Verwandte von Asbecks geheiratet hatte, beerbt.

Dessen Gläubiger von Elverfeld brachte dann Horst an sich und ließ sich 1706 belehnen. Franz Sigismund von Elverfeld auf Haus Steinhausen an der Ruhr und seine Nachkommen blieben im Besitz von Haus Hörstchen, bis Leutnant Ludwig von Elverfeld 1865 den Besitz an den Grafen Hermann Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein auf Schloss Herten übertrug. [2] [3] [4] [5] [6]

Literatur

Lesen Sie auch

Quellen

  1. Amtsblatt der Preuß. Regierung in Arnsberg 1928, Teil II, Stück 76, Nr. 1582
  2. "HERNE - von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße", Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Herne 1997
  3. Hulshoff/Aders 1963, Nr. 1452
  4. VuKAH, Gemeinde-Atlas Bickern 1823. Übersichts-Handriß
  5. Westerburg-Frisch 1967, S. 4, Nr. 52
  6. Wilkes 1937, S. 537