Albert Kelterbaum

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Selbstportrait von Albert Kelterbaum

Albert Kelterbaum (* 19. November 1904 in Hamborn, † am 31. März 1972 in Röhlinghausen)

Der Zille des Reviers: Albert Kelterbaum

Albert Kelterbaum wurde am 19. November 1904 in Duisburg-Hamborn geboren. Sein Vater war Kötter und Hüttenarbeiter, seine Mutter stammte aus den Niederlanden, zu deren Vorfahren Holzschnitzer, Radierer und Kupferstecher zählten. Von der Mutter hatte Albert Kelterbaum auch sein künstlerisches Talent geerbt. Schon in der Schule fiel seinem Zeichenlehrer Mathei seine Begabung auf. Er förderte daher den Jungen durch Privatunterricht und brachte ihm unter anderem das perspektivische Zeichnen bei.

Den Beruf des Künstlers garantierte damals jedoch nicht den Lebensunterhalt, deshalb wurde Kelterbaum auch Bergmann, nachdem er im Zweiten Weltkrieg Soldat gewesen war. 1947 zog er nach Röhlinghausen und wurde Hauer auf der dortigen Zeche Königsgrube. Nach der Schicht wurde er jedoch zum Künstler, zum Beobachter, er malte die Welt der Bergleute, so wie er sie sah: Bei der Arbeit im Streb, beim Schichtwechsel, in der Lohnhalle oder in der Kaue. Bekannt ist auch seine Zeichnung von der berühmten, im Jahre 1927 erbauten, Röhlinghausener „Asthma-Brücke“.

Die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel brachte so 1987 ein Buch heraus, das mit vielen Werken des außergewöhnlichen Röhlinghausener Künstlers illustriert wurde. Die Texte in „Plattdeutsche Köstlichkeiten“ stammen von Alois Uhlendahl. Anläßlich des 100. Geburtstages gab es auf dem Friedhof an der Horststraße eine kleine Feierstunde. Frank Sichau (Ex-MdL), würdigte dabei Leben und Werk des Malers und ehemaligen Bergmannes der Zeche Königsgrube. Im Rahmen des 100-jährigen Geburtstages von Albert Kelterbaum fand aber auch im St. Anna-Hospital eine Ausstellung mit Werken des Röhlinghausers statt. Mehrere Wochen lang konnte man dort 40 Arbeiten, die unter dem Motto „Heimat“ zusammengefasst waren, bestaunen und begutachten.

Kelterbaum gehörte auch dem freien Künstlerkreis in Wanne-Eickel an und stellte seine Arbeiten auf der „Zeche Shamrock“ sowie in den Niederlanden und in der Schweiz aus. Seine Technik bestand zunächst aus Tusch- und Federzeichnungen, die seine Heimatstadt Duisburg zeigen. Es sind Motiven die das Hafenviertel, die Hochöfen und die Altstadt in den Mittelpunkt stellen. In Röhlinghausen kamen Aquarelle, Ölbilder und Linolschnitte hinzu. In diesen Techniken zeigte er nicht nur das Leben auf der „Zeche Königsgrube“, sondern auch das Arbeitermilieu dieses Stadtteils, was ihm den Namen „Zille des Reviers“ einbrachte.

Albert Kelterbaum starb am 31. März 1972 in Wanne-Eickel. Die Bezirksvertretung Eickel benannte 20 Jahre später einen Teil der Bergmannstraße in „Albert-Kelterbaum-Straße“ um. Die städtische Galerie Herne kann auf 30 Linolschnitte,159 Zeichnungen und 27 Kelterbaum-Drucke zurückgreifen. Weitere Werke des ehemaligen „Zille des Revier“ befinden sich in Privatbesitz. [1]


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Quellen

  1. Ein Artikel von Friedhelm Wessel