Silvia Droste (1960) Jazzsängerin, Gesangspädagogin

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Silvia Droste (* 21. Mai 1960 in Herne) ist eine deutsche Jazzsängerin. Sie zählt zu den international renommierten deutschen Jazzvokalistinnen und ist eine der prominentesten musikalischen Persönlichkeiten, die aus Herne hervorgegangen sind.

Silvia Droste
Silvia Droste
Bild: Jörg Stanko, Bielefeld[1]
Jazzsängerin, Gesangspädagogin
Geboren21. Mai 1960
in Herne

Leben und Ausbildung

Bild: Patrick Lambertus[2]

Silvia Droste wurde 1960 in Herne geboren und wuchs dort auf. Mit 14 Jahren begann sie am Haranni-Gymnasium in der Spiritualchor-AG zu singen und trat zunächst als Gesangssolistin und Saxophonistin in der Schulband auf, die traditionellen Jazz spielte.[3]

Bereits als Jugendliche arbeitete sie mit bekannten Vertretern des traditionellen Jazz zusammen, etwa mit den Formationen um Acker Bilk und Chris Barber sowie der Dutch Swing College Band.[4] 1983 wurde sie Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Nordrhein-Westfalen und gewann den ersten Preis im Wettbewerb „Jugend jazzt“.[5]

Parallel zu ihrer musikalischen Entwicklung studierte sie von 1978 bis 1984 Pädagogik, Anglistik und Romanistik an der Ruhr-Universität Bochum und legte das Staatsexamen ab. [6] Daneben studierte sie zwei Semester lang als Gasthörerin an der Jazzabteilung der Kölner Musikhochschule.

Künstlerische Entwicklung

1984 gründete sie das Quartett ‚Voicings', das bis etwa 1990 bestand und mit dem sie sich vom traditionellen Jazz zunehmend dem Swing, Bebop und Latin Jazz zuwandte.[7]

Sie arbeitete im Verlauf ihrer Karriere mit zahlreichen international bedeutenden Jazzmusikern zusammen, darunter Art Farmer, Archie Shepp, Dizzy Gillespie, Peter Herbolzheimer, Scott Hamilton und Jean „Toots“ Thielemans.[8]

Zudem trat sie bei internationalen Festivals wie dem „North Sea Jazzfestival“, dem „Dubai Jazzfestival“ und dem ‚Sib Jazzfest Novosibirsk' auf und unternahm im Rahmen von Projekten des Goethe-Instituts Konzertreisen auf mehrere Kontinente.[9]

Rundfunk, Medien und Lehre

Zwischen 1987 und 1990 moderierte Silvia Droste Jazzsendungen im Radio Saarland sowie den „ZDF-Jazzclub“.[10]

Zwischen 1993 und 2013 nahm sie Lehraufträge im Fach Jazzgesang wahr, unter anderem an der Folkwang Universität der Künste in Essen sowie an weiteren internationalen Musikhochschulen und Konservatorien.[11]

Sie gilt zudem als gefragte Workshopleiterin im Bereich Jazzgesang und Improvisation.[12]

Bedeutung und Rezeption

Silvia Droste wird in der Fachliteratur und Presse häufig als „First Lady des deutschen Jazzgesangs“ bezeichnet.[13]

Hervorgehoben werden insbesondere ihre stilistische Bandbreite, ihre Scat-Improvisationen sowie die Verbindung von technischer Kontrolle und expressivem Vortrag.[14]

Bedeutung für Herne

Als in Herne geborene Künstlerin stellt Silvia Droste ein herausragendes Beispiel für die internationale kulturelle Ausstrahlung des Ruhrgebiets dar. Ihre frühen musikalischen Erfahrungen am Haranni-Gymnasium sowie ihre ersten Auftritte in Herne gelten als Ausgangspunkt einer internationalen Karriere im Jazz.[15]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1987)[16]
  • Preis der Deutschen Schallplattenkritik für ihre Debütaufnahme „Audiophile Voicings“[17]

Diskographie (Auswahl)

Sie wirkte als Solistin an über 40 Tonträgern mit.

  • Audiophile Voicings[18]
  • Seize the Day
  • Duke’s Sound of Love[19]
  • The American Songs of Kurt Weill[20]
  • From Dusk to Dawn[21]

Literatur

  • Karl Heinz Holler, Carlo Bohländer: Reclams Jazzführer. (Ersterwähnung als Jazzsängerin)
  • Martin Kunzler: Jazz-Lexikon, Rowohlt
  • Jürgen Wölfer: Jazz in Deutschland – Das Lexikon, Hannibal Verlag

Weblinks

Lesen Sie auch

Einzelnachweise

  1. Wir danken Silvia Droste für die freundliche Erlaubnis der Bildernutzung und der wichtigen Korrekturen.
  2. Wir danken Silvia Droste für die freundliche Erlaubnis der Bildernutzung und der wichtigen Korrekturen.
  3. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  4. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  5. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  6. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  7. NRW Jazz Portal „Silvia Droste“, https://nrwjazz.net/musiker/silvia-droste
  8. NRW Jazz Portal „Silvia Droste“, https://nrwjazz.net/musiker/silvia-droste
  9. NRW Jazz Portal „Silvia Droste“, https://nrwjazz.net/musiker/silvia-droste
  10. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  11. Landesmusikakademie NRW, Dozentenprofil Silvia Droste: https://lma-nrw.de/dozent/4955-Silvia-Droste/
  12. Landesmusikakademie NRW, Dozentenprofil Silvia Droste: https://lma-nrw.de/dozent/4955-Silvia-Droste/
  13. Jazz in Oberhausen, Konzertbericht Silvia Droste Trio, https://www.jazz-in-oberhausen.de/2023/04/archiv/20-04-2023-silvia-droste-trio/
  14. Jazz in Oberhausen, Konzertbericht Silvia Droste Trio, https://www.jazz-in-oberhausen.de/2023/04/archiv/20-04-2023-silvia-droste-trio/
  15. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  16. NRW Jazz Portal, https://nrwjazz.net/musiker/silvia-droste
  17. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  18. https://www.amazon.de/music/player/albums/B001RVJD5O
  19. https://www.amazon.de/music/player/albums/B001S7I94S
  20. Wikipedia-Artikel „Silvia Droste“, zuletzt abgerufen am 21.05.2026: https://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Droste
  21. https://www.amazon.de/Dusk-Dawn-Silvia-Band-Droste/dp/B0025T6XOQ
  22. Offizielle Website Silvia Droste: https://silviadroste.de/